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Working Group Future Values

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Themenfeld Gemeinschafts- vs. Eigeninteresse

ICH ODER WIR? Wertediskurse in Zeiten von Klimawandel, Migration und Pandemie (5. Mai 2021)

Workshop und Abendvortrag

Angesichts prägender Veränderungen wie dem Klimawandel, globalen Migrationsbewegungen oder der COVID-19-Pandemie stellt sich die Frage nach dem Stellenwert von Gemeinschafts-werten im Gegensatz zu Ich-bezogenen Werten in besonderer Weise neu. Inwieweit bin ich bereit, mich selbst zum Wohle der Gemeinschaft einzuschränken? Was tut die Gemeinschaft für mein Wohl? Was ist uns meine und oder deine Gesundheit wert? Wie weit sind wir bereit, auf andere Menschen Rücksicht zu nehmen? Wertekonflikte sind nicht die Ausnahme, sondern die Regel, und die Gewichtung der miteinander in Konkurrenz oder in Übereinstimmung stehenden Werte unterliegt genauso einem Wandel, wie die heutige Gesellschaft. Werte verstanden als Orientierungsstandards für menschliches Handeln haben sowohl eine individuelle als auch eine kollektive Dimension. In einem interdisziplinären Feld von Referierenden wurde am 5.5.2021 die Rolle von Werten im Verhältnis zu diesen aktuellen Fragestellungen auf wissenschaftlicher Basis diskutiert.

Video 1: Prof. Dr. Andrea Abele-Brehm (Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg): Begrüßung und Einführung in die Thematik

Video 2: Prof. Dr. Andreas Urs Sommer (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg): Werte als Antwort auf die Herausforderungen der Gegenwart?

Video 3: Dr. Anna Döring (University of Westminster, London): Werteentwicklung im Kindesalter: Einblicke in ein wenig erforschtes Feld

Video 4: Diskussion: Prof. Dr. Monika Schnitzer (Ludwig-Maximilians-Universität München) im Gespräch mit Dr. Anna Döring (University of Westminster, London) und Andreas Urs Sommer (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg)

Video 5: Keynote: Prof. Dr. Ariel Knafo-Noam (Hebrew University of Jerusalem): Werteentwicklung: von der Kindheit bis zur Adoleszenz

Gemeinschaft durch Werte? Politische Kommunikation im Wandel

Werte sind ein zentrales Medium politischer Kommunikation. Nun lässt sich jedoch beobachten, dass die Herstellung von Gemeinsamkeit immer schwieriger wird und womöglich auch gar nicht mehr vorrangiges Ziel politischer Parteien ist. Die Tagung, die am 13.7.2021 stattfand, fragt nach gegenwärtigen politischen Kommunikationsstrategien sowie nach Erzählformen eines politischen „Wir“. Dabei werden unterschiedliche Formen der politischen Ansprache in den Blick genommen. Wie reagieren Parteien auf neue und changierende Wählermilieus und wie werden im politischen Wettbewerb Werte kommuniziert?

Video 1: Prof. Dr. Andrea Abele-Brehm (Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg): Begrüßung und Einführung

Video 2: Dr. Julian Müller (BAdW)/Dr. Astrid Séville (Ludwig-Maximilians-Universität München/BAdW): Wertekommunikation in der Politik – Vergemeinschaftung durch Kollektivansprache oder Mobilisierung durch personalisierte Botschaften

Video 3: Dr. Cord Schmelzle (Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt, Frankfurt/Main): Moral, Moralisierung und Moralismus in der politischen Debatte

Video 4: Oliver Weber (Universität Regensburg): Die Moral der Krise. Moralisierung als Krisensymptom und politische Strategie

Video 5: Dr. Julian Müller (BAdW)/Dr. Astrid Séville (Ludwig-Maximilians-Universität München/BAdW): Eine paradoxe Lösung für ein paradoxes Problem? Der strategische Umgang mit Werten im aktuellen Grundsatzprogramm von Bündnis 90/Die Grünen

Video 6: Prof. Dr. Silke Mende (Westfälische Wilhelms-Universität Münster): Die Grünen – eine Partei der Ambivalenz?

Themenfeld Multikulturalität vs. Identität

(Self)images of Africa and Afropea in Children’s Literature in France and Germany

Gilbert Ndi Shang and Élodie Malanda

In this discussion with Gilbert Ndi Shang, Élodie Malanda, Postdoc fellow of the Humboldt Foundation, examines questions of identity connected to her research. She has researched on the images of Africa in children’s literature in France and Germany and is now working on children’s literature by Afro-French and Afro-German authors. She argues that German/French texts about Africa, though they try to avoid colonial stereotypes, still, perhaps unconsciously, perpetuate less nuanced images of the continent and its inhabitants. On the other hand, Afropean youth literature attempts to fill in the paucity and absence of texts with characters of African ancestry as protagonists and not just as stereotyped “others”.  Though this literature is still somewhat fledgling (more so in Germany than in France) and continues to face editorial challenges due to the underestimation of its artistic quality, Élodie holds that Afropean children/youth literature is gaining grounds and growing beyond strictly Afropean community.

 


Zur Zukunftsfähigkeit der Nation

Heike Paul und Aleida Assmann

"Die Wiedererfindung der Nation" lautet der Titel des jüngsten Buchs von Aleida Assmann – "Warum wir sie fürchten und warum wir sie brauchen". Doch ist das Konzept der "Nation" wirklich zukunftsfähig? Darüber diskutierte Heike Paul von der Arbeitsgruppe "Multikulturalität und Identität" mit der Autorin.


Migration und Religion: Deutschland und Frankreich im Vergleich

Andreas Wirsching und Hélène Miard-Delacroix

In einem lebhaften Gespräch über das deutsch-französische Verhältnis entfalteten Hélène Miard-Delacroix und Andreas Wirsching in einem gemeinsamen Buch die wechselvolle Geschichte einer einzigartigen Nachbarschaft – sie erklärten darin auch, wie wichtig die Kenntnis der gemeinsamen Vergangenheit für die deutsch-französische Zusammenarbeit in der EU des 21. Jahrhunderts ist. In vielerlei Hinsicht knüpfen sie nun an diese Überlegungen an: Für die Videogesprächsreihe der Arbeitsgruppe "Multikulturalität und Identität", der auch Andreas Wirsching angehört, tauschen sich die beiden über die wichtigen Felder Migration und Religion in ihren jeweiligen Ländern aus und wagen einen zeitgeschichtlichen Überblick in drei Teilen.